Herbstsichtung in Frankfurt (Oder): Zwei Schwestern, zwei Ausgangslagen – und ein starkes Wochenende

Wo stehen Laura und Lena im Vergleich zur Konkurrenz?

Genau diese Frage sollte die Herbstsichtung auf der Radrennbahn in Frankfurt (Oder) beantworten. Ich war mit beiden vor Ort – und besonders bei Lena waren wir gespannt, was nach ihrem Wechsel in die U17 schon möglich sein würde.

Für sie war dieses Wochenende gleich in mehrfacher Hinsicht Neuland: neue Altersklasse, längere Distanzen und ihre allererste Bundessichtung. Dazu ein Feld von 27 Fahrerinnen aus zwei Jahrgängen.

Dass Lena dieses Wochenende am Ende als Fünfte der Omnium-Gesamtwertung beenden würde, hätten wir uns für diesen Einstand kaum schöner wünschen können.

Herbstsichtung 2026 Vorbereitung Laura Vogel

Lena: Angekommen in der U17w

Schon die 2.000-Meter-Einerverfolgung sorgte für den ersten echten Wow-Moment.

Platz 6 von 27 Fahrerinnen.

Und je genauer wir auf das Ergebnis geschaut haben, desto stärker wurde es: Drei Fahrerinnen vor Lena gehören bereits zum älteren U17-Jahrgang. Aus ihrem eigenen Jahrgang waren lediglich Clara Brendel und Greta Kunz schneller.

Für eine Fahrerin, die gerade erst aus der U15 kommt und ihre erste Bundessichtung überhaupt fährt, ist das alles andere als selbstverständlich.

Auch im Ausscheidungsfahren vorne dabei

Lena bestätigte diesen Eindruck direkt im nächsten Rennen.

Im Ausscheidungsfahren fuhr sie erneut weit nach vorn und belegte einen starken 5. Platz. Im entscheidenden Sprint wäre vielleicht sogar noch mehr möglich gewesen, wenn sie nicht nach oben gedrängt worden wäre.

Aber genau das gehört auf der Bahn eben auch dazu.

Wichtig war für uns vor allem: Sie konnte auch in dieser Disziplin direkt mit den Besten mithalten.

Madison: ganz knapp am Podium vorbei

Im Madison ging Lena wieder gemeinsam mit Martje Plamp an den Start – ihrer Partnerin von der Deutschen Meisterschaft.

Unter zehn starken Teams mischten die beiden von Beginn an vorne mit.

Am Ende fehlte nur sehr wenig:

Punktgleich verpassten Lena und Martje ganz knapp Platz 3.

Und damit wurde langsam klar, dass Lenas erstes Bundessichtungs-Wochenende kein einzelner Ausreißer nach oben war.

Sie war in allen Disziplinen vorne dabei.

Herbstsichtung 2026 Madison Lena

Beeindruckender Platz 5 im Omnium für Lena

Für die erste Bundessichtung überhaupt.
Frisch aus der U15.
Gegen 27 Fahrerinnen aus zwei Jahrgängen.

Das ist ein Einstand, auf den Lena richtig stolz sein darf.

Nach ihrer starken Entwicklung in den vergangenen Monaten zeigt sie damit direkt zu Beginn der neuen Altersklasse, dass sie auch in der U17 nicht erst lange ankommen muss.

Sie ist schon mittendrin.

Und natürlich hoffen wir ein bisschen, dass diese Leistung auch bei den Bundestrainern nicht ganz unbemerkt geblieben ist. 😉

SdaR Cycling

Laura: Ein persönlicher Schritt nach vorn

Auch für Laura war Frankfurt eine wichtige Standortbestimmung.

In der 3.000-Meter-Einerverfolgung ging sie mutig ins Rennen und startete mit sehr schnellen Rundenzeiten von rund 18 Sekunden.

Das Tempo war hoch – vielleicht etwas zu hoch.

Über die gesamte Distanz ließ es sich noch nicht halten. Aber genau solche Rennen sind wertvoll, weil sie zeigen, wo in den nächsten Monaten noch Potenzial steckt.

Herbstsichtung 2026 Laura Vogel

Ausgerechnet im Ausscheidungsfahren

Besonders gefreut hat uns aber eine andere Disziplin.

Das Ausscheidungsfahren war für Laura in der Vergangenheit nicht immer mit guten Erinnerungen verbunden. Gerade in ihrer Jugend bedeutete dieses Rennen leider auch mehrfach einen Sturz.

Umso schöner war es, sie diesmal so selbstbewusst fahren zu sehen.

Platz 6 – ihre bisher beste Platzierung im Ausscheidungsfahren. 💪

Und typisch Laura: Sie übernahm wieder viel Führungsarbeit im Feld, hielt das Tempo hoch und versteckte sich nicht.

Das Learning fürs Frühjahr

Genau daraus entstand aber auch ihr wichtigstes Learning des Wochenendes.

Wenn nur noch wenige Fahrerinnen im Rennen sind, reicht es nicht mehr, immer wieder Führungsarbeit zu übernehmen und anschließend oben drüber zu fahren.

Dann wird jeder Platz wichtig.

Für Laura heißt das mit Blick auf die Frühjahrssichtung: Die gute Position vorne konsequenter behaupten und nicht mehr zu viel Arbeit für die Konkurrenz übernehmen.

Und genau deshalb war dieses Wochenende für sie so wertvoll.

Nicht nur wegen Platz 6.

Sondern weil sie wieder ein Stück besser verstanden hat, wie sie ihre Stärken künftig noch gezielter einsetzen kann.